SBT-in-Berlin
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Gruppentherapie-Ausbildung

Fachkundeerwerb
Gruppenpsychotherapie
in der Verhaltenstherapie

Termine der Gruppentherapie-Ausbildung

Termine Theorie-Module 2021/2022

Jeweils Samstag und Sonntag von 10 - 17 Uhr

08.10.21 Einführungsabend
09. - 10.10.21 (16 Std.) Modul 1: Strategische Persönlichkeitsentwicklung in der Gruppentherapie. Körper und Affektstufe - Bindungssicherheit, emotionale Vitalität und Emotionsregulation herstellen
27. - 28.11.21 (16 Std.) Modul 2: Strategische Persönlichkeitsentwicklung in der Gruppentherapie. Von der Affekt-Stufe auf die Denken-Stufe gelangen - Selbstwirksamkeit (Autonomie) erlangen.
05. - 06.02.22 (16 Std.) Modul 3: Strategische Persönlichkeitsentwicklung in der Gruppentherapie. Entwicklung von der Denken-Stufe auf die Empathie-Stufe - gelingende Beziehungen gestalten können (Empathie).
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Modul 1: Körper- und Affektstufe - Bindungssicherheit, emotionale Vitalität und Emotionsregulation herstellen

Die Mentalisierungsfördernde Verhaltenstherapie (MVT) nach Sulz ist ein entwicklungstherapeutischer Ansatz über 6 Entwicklungsstufen, in denen entwicklungsstufenspezifische Kompetenzen gelernt werden, die in der Kindheit nicht erworben werden konnten. Die aktuelle Symptomatik des Patienten entsteht durch leidvolle Erfahrungen nicht erfüllter Bedürfnisse, die sich psychisch so „eingebrannt“ haben, dass der Patient versucht, sein ganzes weiteres Leben die Wiederholung des alten schmerzlichen Leides zu vermeiden. Diese Entwicklungsstörungen prägen die Identität der Patient*innen in Form eines stagnierten Selbst- und Weltbildes, mit dem sie absolut identifiziert sind und welche sie noch nicht selbstbestimmt und eigenverantwortlich verändern können. Dementsprechend setzt die MVT an der Förderung der Mentalisierungsfähigkeit der Patient*innen an, bewusst von außen auf sich selbst und die Symptome schauen zu können und sich in Richtung der ungelebten Entwicklungspotentiale verändern zu wollen. Ansatzpunkte sind die Stärkung und der Aufbau von entwicklungsstufenspezifischen Ressourcen sowie die Auflösung von dysfunktionalen Entwicklungsblockaden, um die Entwicklung eines kongruenten Selbst zu fördern. Die Patient*innen werden dadurch befähigt, ihren Alltag wieder symptomfrei und selbstbestimmt zu gestalten. Die sichere Beziehung und Bindung sowie die empathische Resonanz und Unterstützung in der Gruppe und durch den Therapeuten*in sind dafür wesentliche Wirkfaktoren und das Fundament der Strategischen Persönlichkeitsentwicklung in der Gruppentherapie.

Im ersten Modul geht es um Bindungssicherheit auf der Körperstufe, sowie um die Förderung von emotionaler Vitalität und Emotionsregulation auf der Affektstufe. Unser Körper ist unser zentrales Erfahrungs- und Kommunikationsinstrument. Der Körper bestimmt unser Denken, Fühlen und Handeln und umgekehrt. Biografische Entwicklungsstörungen prägen den Körper und unsere Bindungssicherheit fundamental. Körperlich chronisches Stresserleben blockiert somit die Entfaltung der körperlichen und emotionalen Vitalität. Die Fähigkeit, unseren Körper bewusst wahrzunehmen und sich zu spüren, ist die Grundlage einer lebendigen Entwicklung und Beziehung zu sich selbst und zu anderen. Unsere Emotionen sind Bedürfnismelder und Signalgeber für uns und für andere. Sie drücken sich über den Körper aus und werden über den Körper gespürt, verstanden und reguliert. Emotionale Entwicklungsstörungen entstehen über die inkongruente Co-Regulation durch wichtige Bindungspersonen. Mit der Folge, dass damit die emotionale Vitalität und Selbstregulationsfähigkeit unmittelbar beeinträchtigt ist.

In diesem Theoriemodul werden Verständnismodelle und körperorientierte Basisübungen zur Stress-, Affekt- und Emotionsregulation vorgestellt, die das Spüren unseres Körpers in den Mittelpunkt stellen. Durch bewusste Atmung und körperliche Zentrierung wird der Körper unterstützt, in seine Lebendigkeit zu kommen. Körperlich negative Prägungen werden positiv korrigiert. Besonders mit Embodiment-Methoden kann ein selbstfürsorglicher Kontakt zu den eigenen Basisemotionen hergestellt werden. Sie ermöglichen die Förderung der emotionalen Vitalität, indem die verdrängten und vermischten Emotionen bewusst erlebt werden. Die selbstverantwortliche Emotionsregulation wird dadurch gestärkt und klare emotionale Kommunikation ermöglicht.

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Modul 2: Von der Affekt-Stufe auf die Denken-Stufe gelangen – Selbstwirksamkeit (Autonomie) erlangen

Die allgemeine Einführung und Beschreibung des Gruppentherapie-Konzeptes finden Sie auf der Seite Gruppentherapie-Ausbildung (hier).

Im zweiten Modul geht es um die Förderung des Übergangs vom impulsiven Reagieren der Affektstufe zum planvollen, souveränen Handeln der Denken-Stufe. Die Patienten*innen lernen, wie sie gut für sich selber sorgen und selbstwirksam ihre eigenen egozentrischen Bedürfnisse befriedigen können mit sozialer Rücksicht und Respekt gegenüber den anderen. Sie erwerben die Errungenschaften, sich selbst von Aussen zu sehen (Mentalisierung) und sich in den anderen hineindenken zu können, um die eigenen Ziele zu erreichen (Ursache-Wirkungs-Denken). Im Einzelnen sind das: die Überwindung der dysfunktionalen emotionalen Reaktionskette in typischen persönlichen Stresssituationen, ein fürsorgliches Verständnis für die emotionale Überlebensstrategie entwickeln, die körperlich-affektive und mentale Erarbeitung eines intrinsisch motivierten Haltungssatzes, um die Bereitschaft und die Kraft zur Verhaltensveränderung zu stärken, die Erarbeitung der erlaubnisgebenden Lebensstrategie zur Förderung der Autonomiefähigkeit und Selbstwirksamkeit im Sinne einer funktionalen Durchsetzungs- und Abgrenzungsfähigkeit. Die Förderung eines gesunden Egoismus steht auf dieser Stufe noch im Vordergrund, die Beziehung dient ausschließlich der Befriedigung der eigenen egozentrischen Bedürfnisse, so dass es zu schwierigen Beziehungssituationen kommen kann.

Den entwicklungstherapeutischen Grundansatz der Mentalisierungsfördernden Verhaltenstherapie (MVT) von Sulz über 6 Entwicklungsstufen entnehmen Sie bitte dem Modul 1.

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Modul 3: Entwicklung von der Denken-Stufe auf die Empathie-Stufe - gelingende Beziehungen gestalten können (Empathie)

Die allgemeine Einführung und Beschreibung des Gruppentherapie-Konzeptes finden Sie auf der Seite Gruppentherapie-Ausbildung (hier).

Schwerpunkt des dritten Moduls ist die Entwicklung der Empathie- und Beziehungsfähigkeit und orientiert sich an den Themen der zwischenmenschlichen Entwicklungsstufe. Jetzt wird auch das Wohlergehen der anderen Personen genauso wichtig genommen wie das eigene, so dass die eigenen Bedürfnisse und die der anderen in eine Balance kommen. Während sich die Patienten*innen auf der Denken-Stufe in ihr Gegenüber nur Hineindenken können, um so wirksamer ihre Ziele zu erreichen, lernen sie auf der Empathie-Stufe, sich in ihr Gegenüber hineinzufühlen und einen empathischen Perspektivenwechsel vorzunehmen. Grundlegende Voraussetzung dafür ist zunächst die Förderung von Mitgefühl für sich selbst in leidvollen Situationen in den vorherigen Stufen (Selbst-Empathie), um schließlich Mitgefühl für den anderen entwickeln zu können. Dadurch wird das mitfühlende Selbst kultiviert, mitfühlendes Denken und Argumentieren gefördert. Die Patienten*innen lernen empathisch zu kommunizieren mit dem Ziel, gelingende Beziehungen herzustellen. Entwicklungsblockaden in Form von Sozialen Triggern in Stresssituationen werden transformiert, so dass diese ihre automatische verhaltenssteuernde Wirkung verlieren und aus einer mitfühlenden Haltung neue Verhaltensweisen erlernt werden, damit es allen Personen in einer Beziehung gut gehen kann.

Den entwicklungstherapeutischen Grundansatz der Mentalisierungsfördernden Verhaltenstherapie (MVT) von Sulz über 6 Entwicklungsstufen entnehmen Sie bitte dem Modul 1.

Termine Gruppensupervision 2021/2022

26.11.21 von 14 - 19 Uhr (6 Std.) Veranstaltungsort: Am Falkenberg 117, 12524 Berlin
04.02.22 von 14 - 19 Uhr (6 Std.) Veranstaltungsort: Am Falkenberg 117, 12524 Berlin
04.03.22 von 14 - 19 Uhr (6 Std.) Veranstaltungsort: Am Falkenberg 117, 12524 Berlin
22.04.22 von 14 - 19 Uhr (6 Std.) Veranstaltungsort: Am Falkenberg 117, 12524 Berlin
10.06.22 von 14 - 19 Uhr (6 Std.) Veranstaltungsort: Am Falkenberg 117, 12524 Berlin
15.07.22 von 14 - 19 Uhr (6 Std.) Veranstaltungsort: Am Falkenberg 117, 12524 Berlin
16.09.22 von 14 - 19 Uhr (6 Std.) Veranstaltungsort: Am Falkenberg 117, 12524 Berlin
02.12.22 von 14 - 19 Uhr (6 Std.) Veranstaltungsort: Am Falkenberg 117, 12524 Berlin

MVT basierte Gruppentherapie

Konzeptionelle Grundlage der Fachkunde Gruppentherapie ist die Mentalisierungsfördernde Verhaltenstherapie* nach Serge Sulz (MVT) als strategischer Prozess zur Persönlichkeitsentwicklung. Die MVT versteht sich als ein methoden- und störungsübergreifender Ansatz, in dem kognitiv-verhaltensorientierte, emotionsfokussierte und körperorientierte Therapiekonzepte und Interventionen aus der Einzel- und Gruppentherapie integrierbar sind. Wesentliche Ziele dieses Strategischen Gruppentherapieansatzes sind die Förderung zentraler Kompetenzen wie Bindungssicherheit, Affektregulierung, Selbstwirksamkeit und Empathiefähigkeit. Nähere Informationen finden Sie weiter unten und in der Beschreibung der 3 Theoriemodule.


Allgemeines zur Gruppentherapie-Ausbildung:

  • Start: Oktober 2021 - Die maximale Teilnehmerzahl beträgt 10
  • Einführungsabend: 08.10.2021 (3 Stunden)
  • 3 Wochenendmodule „Theorie der MVT basierten Gruppentherapie" á 16 Stunden (= 48 Stunden)
  • Sowie 40 Stunden Supervision und 8 Stunden Behandlung über ca. 1 Jahr: 8 Module a 6 Stunden
  • 80 Stunden Selbsterfahrung können in gesonderten Gruppen gewonnen werden: bereits abgeleistete Bestandteile können gegenbenenfalls anerkannt werden.
  • Kontinuierliche Gruppenbehandlung (120 Stunden, auch in mehreren Gruppen möglich). Die 120 Behandlungsstunden organisieren sich die Teilnehmer selbst, z.B. in Kliniken oder in Praxen. Bei Bedarf unterstützt das SBT-Institut über kooperierende Lehrpraxen oder der Institutsambulanz des SBT-Instituts bei der Durchführung ambulanter Gruppen.
  • Voraussetzung zur Teilnahme an der Gruppentherapie-Ausbildung ist eine abgeschlossene oder laufende Ausbildung in Verhaltenstherapie für Erwachsene oder für Kinder- und Jugendliche.
  • Für die Fachkunde Gruppentherapie in der Verhaltenstherapie sind alle 3 Wochenendmodule „Theorie" sowie die „Gruppensupervision und Behandlung" Voraussetzung. Gruppensupervision und „Behandlung" kann nur zusammen gebucht werden. Ersatztermine werden im kommenden Jahr angeboten.
  • Die Gebühren für einen Theorieworkshop (16 UE) beträgt 300.- €. Die Gebühren für Gruppensupervision​/​Behandlung (48 UE) betragen 1680.- €.
  • Im Rahmen der Institutsambulanz bzw. Lehrpraxis beantragte und abgerechnete Therapien führen zu einer Erstattung von 50% der derzeitigen Vergütung. Die Abrechnung der Sitzungen erfolgt quartalsweise über das SBT-Institut.
  • Die drei Wochenendmodule („Theorie") können darüber hinaus auch einzeln gebucht werden. Sie sind sowohl für die Einzel- als auch für die Gruppenpsychotherapieausbildung anrechenbar.

In den drei Theorie-Modulen und der darauf aufbauenden Supervision werden die Konzepte und Kompetenzen zur Erreichung dieser Entwicklungsziele, die Planung und praktische Anwendung in der Gruppentherapie sowie die Stufenspezifischen Stadien der Gruppenentwicklung vermittelt. Auf Basis des MVT Ansatzes schauen wir gemeinsam auf die Komplexität des Menschen und deren Symptome sowie die therapeutische Beziehung und die entstandenen therapeutischen Probleme. Die Anwendung des MVT Ansatzes bildet sowohl die Basis für die Entwicklungsstufenziele zu einem kongruenten Selbst im therapeutischen Prozess als auch für die Entwicklung der therapeutischen Haltung als zentraler Wirksamkeitsfaktor im begleitenden Supervisionsprozess.

Insgesamt wird auf die Grundlagen und spezielle Themen der Gruppendynamik sowie auf Themen störungsorientierter und zieloffener Verhaltenstherapie in Gruppen eingegangen. Dies erfolgt im Wechsel von Theorie-Inputs, praktischer Einübung von Methoden sowie Auswertung von Videosequenzen der Ausbildungsgruppentherapien. Die Bereitschaft zur Gruppenarbeit und Selbsterfahrung ist Voraussetzung für die Teilnahme.


Hier einige interessante Links:

  • Sulz S. K. D., Theßen L. (2021a). Transdiagnostische Therapie durch Mentalisierungsfördernde Verhaltenstherapie MVT - Modul 1 bis 5. Gießen: Reihe CIP-Medien im Psychosozial-Verlag Kostenloser Vorabdruck: https://eupehs.org/neue-psychotherapien/
  • Sulz S. K. D., Theßen L. (2021b). Transdiagnostische Therapie durch Mentalisierungsfördernde Verhaltenstherapie MVT - Modul 6 und 7. Gießen: Reihe CIP-Medien im Psychosozial-Verlag Kostenloser Vorabdruck: https://eupehs.org/neue-psychotherapien/
  • Sulz, S. K. D., Gräff-Rudolph, U. (2019): Supervision in der Verhaltenstherapie (Reihe Supervision im Dialog), Kohlhammer
  • Serge Sulz MVT-1 BINDUNG - Mentalisierungsfördernde Verhaltenstherapie https://youtu.be/IKkfdzj6HFg

AKTUELL finden Einführungsworkshops zum gruppentherapeutischen MVT Ansatz bei den VT-Wochen der IVT und bei der Erfurter Psychotherapiewoche statt.

Infos unter https://www.vtwoche.de bzw. https://www.psychotherapiewoche.de

Wenn Sie Fragen haben - rufen Sie uns an, wir beraten Sie gern und individuell!

Dieser Link führt Sie zur "Psychotherapie-Vereinbarung", Paragraph 6, Abs. 5

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